
Überarbeitung des Inhalts (3. Juni 2026)
Aufgrund des Kommentars von Ferdinand Schaller vom 2. Juni 2026 in diesem Bericht ist nachstehende Beschreibung über den Brudermord falsch.
Deshalb weise ich auf diesen Kommentar hin, der den richtigen Hergang schildert.
(nachzulesen bei "Kommentare" Nr. 6.)
Ich bedanke mich bei Herrn Schaller für diesen wertvollen Hinweis.
Mein ursprünglicher Beitrag:
Das alte Sühnekreuz steht in einer Hauswand in Weilheim/Teck.
Es erinnert an einen Brudermord, der sich 1478 im Weilheimer Schloss ereignet hat.
1432 bis 1478 war Weilheim als württembergisches Pfand im Besitz der Herren von Wernau. 1475 kam es hier am Johannistag (24. Juni) zu Auseinandersetzungen zwischen den fünf Söhnen des Eitel von Wernau, bei denen Friedrich von Wernau seinen Bruder Doktor Caspar von Wernau im Streit erschlug.
Zur Sühne errichtete er ein Sühnekreuz. Dieses Steinkreuz stand an der Gabelung der Wege nach Bissingen bzw. Nabern. Wenige Jahre später stifteten die Brüder sogar eine Marienkapelle, die an das Sühnekreuz angebaut wurde.
Nach der Reformation 1539 wurde die Kapelle abgebrochen, die Nordwand mit dem Kreuz blieb jedoch erhalten.
Später wurde die Wand in ein Bürgerhaus einbezogen, das Sühnekreuz verschwand unter der Putzschicht.
Erst 1997 wurde bei Renovierungsarbeiten das Steinkreuz wiederentdeckt und durch die Stadt restauriert.
Es ist 1,25 m hoch und miss 62 cm in der Breite.

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Fraukografie (Samstag, 05 November 2022 13:21)
Huhu liebe Traudi,
schön, dass man das Kreuz auf diese Weise erhalten und integriert hat.
LG Frauke
Elke (Mainzauber) (Samstag, 05 November 2022 21:28)
Irgendwie ist es schon ein fragwürdiger Brauch. Das erinnert ein bisschen an Ablassbriefe. Da wird ein Mensch ermordet und der Mörder lässt einfach ein Kreuz aufstellen. Und damit ist dann alles abgegolten?
Liebe Grüße – Elke
Gudrun (Sonntag, 06 November 2022 21:01)
Hallo, liebe Traudi,
gut, dass man das Steinkreuz wiederentdeckt hat und das es erhalten blieb. Viele Zeugnisse der Geschichte verschwinden ja einfach mit der Zeit. Dabei ist es doch immer wieder interessant, einiges aus vergangenen Zeiten zu erfahren.
Liebe Grüße an dich
Brigitte (Montag, 07 November 2022 18:13)
Liebe Traudi, sei herzlich gegrüßt.
Eine interessante Geschichte.
Habe meine Blogrunden etwas vernachlässigt.
Bin viel mit dem Roller im Kiez unterwegs. Rollern ohne E macht mir großen Spaß.
Bleib gesund und munter, tschüssi Brigitte
Träumerle Kerstin (Donnerstag, 10 November 2022 07:59)
So war es früher, da wurden diese Kreuze aufgestellt. Aber man konnte noch so viel bereuen und büßen, Mord ist Mord. Unter Brüdern so schlimm, aber wer weiß wie heftig die Wut auch auf den anderen war, aus welchen Gründen auch immer.
Fein, dass es wieder ans Tageslicht gekommen ist. So was kann man doch nicht verstecken oder verschwinden lassen in der Wand.
Liebe Grüße von Kerstin.
Ferdinand Schaller (Dienstag, 02 Juni 2026 19:39)
Die Verbreitung vom Brudermord ist falsch. Valentin Salomon von Fulda, der "Chronikschreiber" 1592 über das Geschlecht von Wernau ist eine freie Erzählung von ihm. Er hatte zu seiner Zeit etwas gehört und ohne weitere Nachforschungen in die Wernauer Chronik aufgenommen.
Dr. Caspar von Wernau, der seine Brüder in Weilheim unter der Teck 1475 besuchen wollte, stand in Diensten von Kaiser Friedrich III. um rückständige Geldsummen aus dem Krieg gegen Hz. Karl (den Kühnen) von Burgund eizutreiben. Von Wien kommend ritt er über Ulm Weilheim zu. Zwischen Kirchheim und Weilheim sprengten plötzlich berittene Söldner daher und griffen den nichtsahnenden von Wernau an. Einer der Söldner durchstieß ihn rücklings mit dem Schwert.
Sein Leichnahm wurde nach Erbach bei Ulm gebracht und in der dortigen Kirche, in der Wernauergruft, beigesetzt. Seine Brüder errichteten am Tatort ein Sühnereuz unmd später noch eine Kapelle, die aber nach der Reformation 1539 abgebrochen wurde.