
Wie oft bin ich schon durch dieses Tal, das in der Nähe meines Wohnortes liegt, gefahren?
Das Nassachtal kann eine große Siedlungsgeschichte aufweisen. Das wusste ich noch gar nicht. Erst als ich beim Spazieregang auf diese geschnitzte Tafel stieß, wurde ich neugierig.
Es muss also früher hier eine Glasbläserei gegeben haben!
Tatsächlich siedelten hier im Jahre 1450 Glasbläser an. Das Tal bot reichlich Holz, Pottasche und Quarzsand. Es gab damals in Württemberg nur zwei Glasbläserfamilien, einer davon war Christan Greiner, der mit seiner Familie ins Nassachtal zog. Die Glasmacher hatten steuerliche Vorrechte und genossen Kriegsdienstbefreiung.
Dorfbewohner wurden als Zuarbeiter (Holzfäller, Aschesammler und Sandklopfer) eingesetzt. Wirtschaftliche Verbesserung war das Ergebnis.
Nach dem Tod von Christian Greiner führten seine Söhne die Glasbläsereien im Nassachtal nicht mehr weiter. Außerdem kam es auch immer wieder zu gewaltsamen Auseinanderssetzungen mit der Ortsbevölkerung.
So kam es, dass sie nach 100jähriger Blütezeit wieder abzogen und für die Bewohner des Tales fiel eine wichtige Erwerbsquelle weg. Es blieben die kargen Erträge aus der Landwirtschaft, der Köhlerei und der Holzfällerei.
Vor 40 Jahren fand man Reste eines Glasschmelzofens mit angeschlossenem Kühlofen. Die Abfälle brachten zur Erkenntnis, dass dort Trinkbecher und Flaschen hergestellt wurden.
Heute befindet sich im Nassachtal einer der letzten Kohlenmeiler Deutschlands. Einmal jährlich schichtet die Familie Hees zum Traditionserhalt ihre Meiler auf und zeigt dem interessierten Zuschauer bei den Köhlerprojekttagen, wie dieses alte Handwerk funktioniert.
Die erste Köhlerei im Tal wurde um 1583 erwähnt.









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Claudia (Mittwoch, 21 Januar 2026 07:22)
Hallo Traudi,
das ist eine wunderschöne geschnitzte Tafel.
Interessant auch Deine Beschreibung zu diesem Ort.
Und die Fotos natürlich auch sehr schön.
War bestimmt ein toller Ausflug an diesen Ort.
Liebe Grüsse Claudia
Fraukografie (Donnerstag, 22 Januar 2026 08:20)
Über die eigene Heimat weiß man oft am Wenigsten, liebe Traudi.
Eine interessante Geschichte weist das Tal auf.
Die Pferdebilder find ich klasse. ♥
LG Frauke