
In der Nähe von Manderscheid liegen zwei Burgen in spektakulärer Lage zueinander.
Die vermutlich ältere der beiden ist die Oberburg.
Bauherren waren wohl die Grafen von Luxemburg und Namur.
Nach einer Fehde im Jahr 1147 verloren sie die Burg an den Trierer Erzbischof Albero. Im Jahr 1152 verstarb dieser und somit gelangte die Burg wieder an das Haus Luxemburg. Jedoch der neue Erzbischof belagerte und zerstörte die Burg im Jahr 1160.
1166 wurde die Burg aber mit neuen Türmen aufgebaut.
Durch französische Truppen wurde die Oberburg 1673 abermals zerstört.
Die Ruine wechselte den Besitz vom Trierer Erzstift ohne weitere Kampfhandlungen in bürgerliche Hände.
Heute ist sie Eigentum der Manderscheider Gemeinde.
Die Oberburg steht auf einer abgeflachten Bergspitze. Weithin sichtbar ist ihr fünfstöckiger Bergfried, der wieder begehbar gemacht wurde. Von hier bietet sich dem Besucher eine hervorragende Aussicht auf die Eifellandschaft, auf die Niederburg und die Stadt Manderscheid.

Die Niederburg steht, von dem Flüsschen Lieser getrennt, unterhalb der Oberburg.
1173 (nach anderen Quellen 1133) findet die Niederburg erstmals urkundliche Erwähnung. Sie ist der Stammsitz des für die Eifel (und teilweise darüber hinaus) im Mittelalter bedeutend gewordenen Geschlechts der Herren von Manderscheid, die hier als Vögte der Abtei Echternach auf luxemburgischem Hoheitsgebiet regierten. Der Abtei waren im Laufe der Zeit große Gebiete des Gaus Bedense (Bitburg), einschließlich des Teilortes Niedermanderscheid, aus königlichem Besitz geschenkt worden.
Ein erheblicher Ausbau der Burg und der Befestigungsanlagen erfolgte unter Wilhelm V. von Manderscheid, der sie auch über den Teilort Niedermanderscheid ausdehnte.
Von 1346 bis 1348 erfuhr die Burg eine Belagerung durch Truppen des bereits genannten Kurfürsten Balduin von Trier, die sie aber uneingenommen überstand.
1457 schließlich wurde Dietrich III. von Manderscheid der Reichsgrafentitel verliehen. Er hatte drei Söhne, so dass sich nach seinem Tode das Manderscheider Geschlecht entsprechend aufteilte.
Die Niederburg verblieb im Besitz der Herren von Manderscheid-Blankenheim, die sie allerdings, nicht mehr von ihnen bewohnt, verfallen ließen.
Als letzte aus der Linie Manderscheid-Blankenheim regierte Gräfin Augusta, bevor sie mit ihrer Familie 1794 vor den herannahenden französischen Truppen auf die Ländereien ihres Ehemannes, des Grafen von Sternberg, nach Böhmen fliehen musste. Die wohl in Teilen bereits verfallene Burg wurde endgültig aufgegeben und in der Folge von den Franzosen auf Abbruch versteigert.
Die Ruine der Niederburg befindet sich seit 2018 im Besitz der Stadt Manderscheid.
September 2025