
Ehningen grenzt direkt an die Kreisstadt Böblingen.
Mit ihren alten Fachwerkhäusern, einem Schloss und einer nennenswerten Kirche hat diese Stadt einiges zu bieten.
Das Foto zeigt den Nordgiebel des Wohnhauses Klein, das 1687 gebaut wurde. Es ist das Fachwerkhaus mit den meisten Verzierungen.
Die Bauherren waren eine Pächtergemeinschaft des Grundstücks, das ursprünglich zum Schloss gehörte. Seit 1828 ist das Anwesen im Besich der Familie Klein.
Mein erstes Ziel meines Rundgangs war das Schloss, das heute ein eindrucksvolles Kulturdenkmal darstellt.
Da das Schloss in Privatbesitz ist, konnte ich es nur von außen fotografieren.
Aber über die Geschichte kann man hier mehr erfahren.
Bei diesem ortsbildprägenden Ensemble, das gegenüber der Kirche steht, handelt es sich um das
Hakengehöft (links) und um die
Ehemalige Hofanlage (rechts)

Das Wohnhaus dieses Hakengehöfts stammt aus der zweiten Hälfte des 16. oder des frühen 17. Jahrhunderrts.
Zu diesem denkmalgeschützten Gehöft gehört auch dieser rückwärtige Anbau aus Stall und Scheune. Er stammt aus dem 19. Jahrhundert.

Die Ehemalige Hofanlage wurde um 1700 erbaut und 1990 umfassend renoviert.
Auf dem Platz des abgetragenen Vorgängerbaus wurde die Zehntscheuer um 1790 errichtet.
Sie diente der Lagerung der Naturalabgaben, des allen Bauern vom Haus Württemberg und der Ortskirche abverlangten zehnten Teils der landwirtschaftlichen Erträge.
Der Zehnt wurde 1849 abgeschafft und die Naturalabgaben wurden in Geldsteuern umgewandelt. Aus der Zehntscheuer wurde die Gemeindescheune.
Entenbrüter-Brunnen
Die Darstellung des ruhenden Mannes bezieht sich auf eine Legende, die den Ehningern den Spitznamen „Entenbrüter“ einbrachte. Demnach soll die Gattin ihrem kranken Mann nicht nur die Wärmflasche, sondern auch Enteneier zum Ausbrüten ins Bett gelegt haben.
Eine evangelische Pfarrkirche wurde erstmals 1160 als Besitzstand des Klosters Hirsau erwähnt. Der Chor der heutigen Kirche wurde um 1476 im spätgotischen Stil neu gebaut, das Kirchenschiff 1523.
Pfalzgräfin Mechthild, die Witwe des Grafen Ludwig von Württemberg, stiftete 1476 den künstlerisch hochbedeutenden "Ehninger Flügelaltar", der heute in der Staatsgalerie Stuttgart zu bewundern ist.
Von höchstem künstlerischen Wert ist auch das Stuckfries von Heinrich Schickhardt aus der Zeit der Renaissance.
Auf diesem Relief sind biblische Szenen dargestellt.
Das Weltgericht
Christus hält Gericht über die Toten.
Gerichtsbilder waren im Mittelalter sehr verbreitet. Der Tod löste eine tiefe religiöse Furcht der Menschen aus. Man suchte nach einer Gewissheit über das Jenseits, die Zeit nach dem Tod und Antwort auf Fragen nach Schuld im Leben und Strafe nach dem Tod.
Sehr wichtig war die Frage nach der ewigen Höllenqual – könnte ich in die Hölle kommen und wie sieht es da aus? Das macht das Weltgericht zum wichtigsten aller Themen der damaligen Zeit überhaupt.
Die Ehninger Weltgerichtsdarstellung wurde kurz nach der Errichtung des Langhauses gemalt und irgendwann übertüncht.
Im oberen Bildteil – der richtende Christus.
Er teilt mit ausgestreckten Armen die Welt in zwei Teile:
Zu seiner Rechten die Seligen ins Paradies, zu seiner Linken die Verdammten in die Hölle.
Das Ölbergfresko
Das Bild, das auf die Wand gemalt wurde, ist bei der letzten Innenrenovierung 1957/58 unter dem Putz hervorgeholt worden.
Darstellung: Jesus betet im Garten Gethsemane am Fuß des Ölberges. Er kniet in der Mitte des Bildes im violetten Gewand
Links oben ein Engel, drei Jünger sind eingeschlafen.













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C Stern (Montag, 04 Mai 2026 17:56)
Es zahlt sich jedenfalls aus, Deine Fotos anzuklicken, um sie zu vergrößern. Sehr fein, was es alles zu betrachten gibt.
Und Ruhe war an diesem schönen Ort wohl auch zugegen, bloß ein Mensch zu sehen. Ob die Menschen gerade eine Siesta halten? Warm genug war es ja schon in den letzten Tagen - zumindest in meiner Gegend.
Zum Lächeln brachte mich die Legende des Kranken, dem die Frau Enteneier zum Brüten untergeschoben haben soll.
Herzliche Grüße, C Stern
Frau Mayer (Montag, 04 Mai 2026 19:20)
Danke für diese kulturelle Stadtführung durch Ehningen mit dem originellen Entenbrüter. hahaha
LG aus Wien
Morgentau (Dienstag, 05 Mai 2026 07:27)
Wieder entführst du uns an einen wunderschönen, geschichtsträchtigen Ort, liebe Traudi. Und wie so oft, sieht man kaum einen Menschen auf deinen Fotos. Bis auf die aus Bronze ... hihi.
Ich wünsche Dir einen schönen Tag!
Liebe Grüße
Andrea
Kelly (Dienstag, 05 Mai 2026 07:34)
Die Gegend ist reich an kulturellen Schätzen. Auch dem Link zum Schloss bin ich gefolgt, doch wenn ich heute noch etwas schaffen will, wird es Zeit ;). Fresken und Stuck – heute nur noch als geschützte Denkmäler vergangener Zeiten zu sehen. Eine schöne Würdigung! Liebe Grüße!
Fraukografie (Donnerstag, 07 Mai 2026 12:15)
Wow ! Ein ganz schön altes Städtchen, das du da besuchst hast.
Immer wieder erstaunlich, dass noch so alte Häuser stehen und recht gut erhalten sind.
LG Frauke