Ein heftiger Skandal zu Beginn des 11. Jahrh. erschüttert Venedigs High-Society. Eine eingeheiratete Byzanz-Prinzessin benutzte am Hofe des Dogen beim Essen eine Gabel, so wie es in ihrer Heimat üblich war.
Daraufhin weigerten sich zahlreiche Damen der Stadt, weiterhin bei Tisch die Finger zu benutzen. Auch sie beginnen, die zweizinkigen Instrumente zur Hand zu nehmen.
Die Venezianische Priesterschar reagierte prompt. Nur die menschlichen Finger, wie der Herr sie erschaffen habe, seien würdig, die Gaben Gottes zu berühren, donnerte es von den Kanzeln.
Es kam zum Eklat: Wenige Tage nach einem festlichen Mahl, bei dem - sehr zum Verdruss der anwesenden Kirchenmänner - goldene Gabeln gereicht wurden, starb eine der Genießerinnen.
Für den Klerus ganz klar ein Zeichen. Sein Sprecher verkündete, der Tod der adligen Dame sei eine Strafe Gottes und eine Warnung an alle, sich solch ein Gerät bloß nicht zuzulegen.
Doch trotz geistlichen Misstrauens wird sich die Gabel durchsetzen.

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Morgentau (Dienstag, 10 Februar 2026 12:44)
Das ist ja lustig, was du herausgefunden hast, liebe Traudi. Für uns ist das Besteck selbstverständlich, aber auch das hatte seinen Ursprung. Und verbohrt und skeptisch, wie der Mensch nunmal ist, wurden die ersten Versuche erstmal verteufelt sozusagen. Ich bin jedenfalls sehr froh, mit der Gabel essen zu dürfen.
Liebe Grüße,
Andrea
C Stern (Dienstag, 10 Februar 2026 19:19)
Es ist wirklich unglaublich, was der Klerus alles zum Anlass nahm, um darin eine Strafe Gottes zu deuten.
Die Menschheit hat sich entwickelt, manche essen mit Stäbchen, andere mit Messer, Gabel und Löffel. Und in einigen Kulturen isst man noch mit den Fingern.
In Österreich sorgt gerade eine Kuh für Furore, die sich mit einem Besenstil ganz selbstständig und an vielen Stellen selbst kratzen kann. Presseanfragen kommen aus der ganzen Welt, ihr Bauer ist überfordert :-) Die kluge Kuh begeistert die Wissenschaft.
Liebe Grüße ins Nachbarland, C Stern
Elke (Mittwoch, 11 Februar 2026 15:53)
Das ist ja eine interessante Geschichte, liebe Traudi. Ich habe mich schon oft gefragt, warum es so lang gedauert hat, bis sich ein so sinnvolles Besteckteil durchgesetzt hat. Beim einfachen Volk reichte sicher sehr lange der Löffel, weil es eh nur Suppe und Haferbrei gab. Aber gerade an den hochherrschaftlichen Tafeln hätte man doch denken sollen, dass es auch möglich sein müsste, Fleischstücke mit etwas anderem als mit dem Messer aufzuspießen.
Liebe Grüße – Elke
Eva (Donnerstag, 12 Februar 2026 06:48)
Naja, die Kirche eben, besonders die katholische, die nahm alles zum Anlass und ich bin überzeugt, dass sie heute auch noch ihre Ablassbriefe verkaufen könnten, wenn ich nur an Corona denke. Die Macht der Kirche, da gab es Hexenverbrennungen und alles im Namen Gottes. Ich habe dem Papst und seinem gefiederten Geschwader schon lange den Rücken gezeigt.
Der Löffel war ja für das Volk da und der hing immer an der Kleidung der Menschen und wurde auch weitervererbt.
Deshalb auch
"den Löffel abgeben".
Lieben Gruß Eva, interessante Geschichte.
Fraukografie (Donnerstag, 12 Februar 2026 07:50)
Uih, das ist ja interessant. Jetzt weiß auch ich, wo die Gabel ursprünglich herkommt.
Ein Hoch auf den Erfinder. :-)
LG Frauke