Zu den Wahrzeichen der Stadt Aalen zählt das Historische Rathaus mit dem Spionturm.
Es wurde im 14. Jahrhundert erbaut und diente bis 1907 als Rathaus der Stadt Aalen.
Nach dem Stadtbrand 1634 wurde das Haus neu errichtet.
Zu diesem Anlass spendete die befreundete Reichsstadt Nürnberg eine Kunstuhr, von der seit einem weiteren Brand von 1884 nur noch der Kopf des „Spions von Aalen“ erhalten ist.
Das Gebäude beherbergt heute das Urweltmuseum.
Der Aalener Spion
Als Aalen noch zu den freien Reichsstädten zählte, war der Kaiser über die Stadt sehr erzürnt, weil sie es gewagt hatte, sich ihm zu widersetzen. Schon war er mit einem Heer bis Schwäbisch Gmünd herangerückt, um der Befolgung seiner Befehle mit Waffengewalt Nachdruck zu verleihen. Due Bürger von Aalen waren darüber sehr erschrocken und man beschloss, einen Mitbürger zur Erkundung des feindlichen Lagers auszuschicken.
Für diesen Auftrag konnte natürlich nur der Schlaueste in Frage kommen, den man, stadtbekannt wie er war, auch bald gefunden hatte. Unbemerkt von den kaiserlichen Wachtposten konnte sich der Aalener Bürger in das feindliche Lager einschleichen und erkannte sofort den Kaiser inmitten seiner Ritter. Er zog seinen Hut und sagte treuherzig: „Grüß Gott, Ihr Herra!“ Der Kaiser fragte ihn, wer er sei und woher er komme. „Ich bin der Spion von Aalen!“ erwiderte dieser. Der Kaiser war zunächst recht verblüfft über die Offenheit des Aalener Kundschafters. Er hatte jedoch Sinn für Humor, beschenkte den Spion reichlich und teilte den Aalenern in einem Brief mit, dass er mit solch tapferen und klugen Leuten gern in Frieden leben und den Stadtvätern verzeihen wolle.
An den klugen Botschafter erinnert eine Büste, die pfeiferauchend im Turm des alten Rathauses noch heute über Aalen wacht.
Unweit vom Rathaus steht der Marktbrunnen (s. Bild oben).Er wurde 1979 errichtet und trägt eine Kopie der Figur des Kaisers Joseph I. und gusseiserne Brunnenplatten mit Wappenmotiven. Das Original der Figur des Kaisers steht im Foyer des Rathauses.
Der Brunnen war für die Bevölkerung der Reichstadt Aalen ein wesentlicher Bestandteil der Wasserversorgung.
Das Bürgerspital wurde 1719 am hiesigen Standort neu errichtet, nachdem der Vorgängerbau samt Heilig-Geist-Kapelle von 1468 am Ellwanger Torplatz beim Stadtbrand 1634 vernichtet wurden.
Das Wappenschild rechts am Haus verweist auf die reichsstädtischen Förderer des Gebäudebaus. Die Finanzierung erfolgte durch Schenkungen, Pfründe und Kreditgeschäfte. Es wurde auch als kommunaler Fürsorgeort, als Kriegsgefangenenlager und als Altersheim verwendet. Seit 1980 ist hier eine generationenübergreifende Begegnungsstätte eingerichtet.
Ihr dürft weiter gespannt sein auf den 2. Teil.



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Claudia (Donnerstag, 02 April 2026 07:06)
Liebe Traudi,
Aalen scheint ein schöner Ort mit vielen Sehenswürdigkeiten zu sein. Jedenfalls spricht dafür Dein Text und die Bilder dazu.
Das Bürgerspital ist ein sehr schönes Gebäude.
Liebe Grüsse und ich wünsche Dir jetzt schon schöne Ostertage.
Fraukografie (Mittwoch, 08 April 2026 15:14)
Aalen war mir zwar ein Begriff aber so richtiges Wissen existierte nicht. Das ist heute auf jeden Fall gewachsen mit deinem informativen Artikel. :-)
LG Frauke