Die ehemalige Pfalzgrafenstadt hat mit ihrer Geschichte viel zu bieten.
Das markante spätgotische Rathaus (um 1430 erbaut) verbindet den „Oberen Markt“ und den „Unteren Markt“, ist eines der Wahrzeichen der Stadt und Symbol für die Neumarkter Geschichte.
Ein Steinwappen an der Fassade mit lateinischer Inschrift, dem Monogramm „HS“ und der Jahreszahl 1575 scheint auf die Fertigstellung des Erweiterungsbaus hinzuweisen. Für einen Besuch des Prinzen Ludwig III. 1906 wurde die bis dahin eher schlichte Innen- und Außenansicht des Rathauses durch ein Sandsteinportal im Stil der Neurenaissance (zum Oberen Markt hin), zusätzliche Zinnen auf dem Dach und wertvolle Ausstattungsgegenstände aufgewertet. Bei den Bombenangriffen am 20. April 1945 brannte das Rathaus bis auf die Grundmauern nieder. Der bekannte Wiederaufbau-Architekt Hanns Meier ließ das Neumarkter Wahrzeichen 1956/57 in schlichterer Form innerhalb der historischen Grundformen neu erstehen. 1999 erfolgte eine grundlegende Sanierung.
Münster St. Johannes
Die spätgotische Hallenkirche (gebaut 1404-1434) öffnet sich nicht zum Marktplatz hin, sondern auf den gegenüberliegenden kleinen Kirchplatz.
Sie beeindruckt durch den romanischen Taufstein (1230), die spätgotische Madonna im Strahlenkranz, einen gotischen Christuskorpus und die gotischen Bildtafeln (1478) in der Marienkapelle.
Der größte Schatz der Kirche ist jedoch eine Kopie des berühmten, um 1512-1515 entstandenen Grünewald’schen „Isenheimer Altars“.
Das ehemalige Pfalzgrafenschloss
erinnert an die prunkvollen Zeiten höfischen Lebens der alten Residenzstadt. 1410 erbte Pfalzgraf Johann den größten Teil der Oberpfalz, wählte Neumarkt zu seiner Residenzstadt - und begann im gleichen Jahr, ein Schloss zu errichten. Das 1443 endlich fertig gestellte Pfalzgrafenschloss wurde aber bereits 1520 ein Raub der Flammen. Zu dieser Zeit residierte Pfalzgraf Friedrich II. über Neumarkt. Seine Herrschaft brachte ein weiteres Mal höfischen Glanz in die Stadt. Nach seiner Vermählung mit Dorothea, einer Nichte Kaiser Karls, wurde die Hofhaltung vergrößert, der Pfalzgraf ließ für seine Liebste das neue Renaissance-Schloss erbauen. Zusammen mit dem gleichzeitigen Bau des Zeughauses und der Hofkirche entstand am Hofplan das repräsentative neue Zentrum der Residenzstadt.


















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