Neben dem Schloss und der Basilika bietet Clerf ein weiteres Bauensemble. Es ist die Benediktinerabtei St. Mauritius und St. Maurus. Sie wurde vom niederländischen Architekten Johannes Franziskus Klomp (1865–1946) konzipiert.
Die Mönchsgemeinschaft aus Solesmes hatte sie 1909/1910 gegründet.
Bei dem Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche weitgehend verändert.
Ein Dutzend Mönche leben heute in der Abtei.
Das Kirchengebäude hat eine Länge von 66 m, ist rund 15 m hoch und rund 10 m breit. Das Querschiff ist 22 m breit. Das Verhältnis der Maße des Kirchenraumes ist mit 1.616 nicht weit vom goldenen Schnitt entfernt. Die Teilung der Kirche gleicht einer Basilika.
Der Altar besteht aus massivem Stein. Er wurde 1952 hergestellt. Es sind darauf vier Reliefs, auf denen die vier Evangelistensymbole zu sehen sind: der Stier für Lukas, der Adler für Johannes, der Löwe für Markus und ein Mensch für den Matthäus.
Im Chor befinden sich 75 Chorstühle (zwischen Apsis und Mittelschiff). Zweimal am Tag versammeln sich die Mönche zwischen vier und fünf Uhr morgens und neun Uhr abends, um zu beten. Die Messe wird in Französisch und Latein gehalten.
Das mit Gold überzogene Holzkreuz über dem Altar stammt von Georges Saget aus den Werkstätten der Abtei. Es wurde 1961 für eine Christusfigur des Bildhauers und Malers Dante Donzelli entworfen. Das Kreuz ist mit emaillierten Steinen verziert.
Der Altar der goldenen Jungfrau befindet sich an der Nordseite des Querschiffes.
Die Holzstatue der Jesusmutter ist ein Werk des Ivo Strigel aus Memmingen aus dem Jahr 1505. Ihr zur Seite stehen der Apostel Jakobus und der Hl. Nikolaus, oben der heilige Augustin mit einem Herz in der Hand.
Die Seitenflügel stellen zwei Szenen mit dem Hl. Petrus dar: Links seine Belehrung an das Volk in Jerusalem, rechts seine Begegnung mit Simon dem Magier.
Die große Fensterrose (Radfenster) an der Westseite der Kirche beherrscht zentral den Innenraum.
In der Mitte des Kreuzes befinden sich die Symbole: Sonne, Mond und Sterne, Weizen, eine Rebe und ein Olivenbaum sowie zentral ein Kreuz.
Über dem Haupteingang auf der Empore steht die Mutin-Cavaillé-Coll-Orgel mit drei Manualen und 20 Registern. Die Orgel wurde 1907 für den Petit Trocadéro in Paris erbaut und 1910 in der Abtei Clerf eingebaut.
Der 65 Meter hohe Glockenturm wurde im gleichen Stil wie die romanischen Türme in Burgund gebaut.
Im Turm befinden sich drei Glocken. Alle drei aus dem Jahr 1914.
September 2025